Fachfragen

Finden Sie hier interessante Artikel zu veterinärmedizinischen Fachfragen, die Dr. Ralf Tobias in einem Praxisalltag täglich begleiten.

Neue Methoden der Echokardiographie

Neue Methoden der Echokardiographie

In Ergänzung zu den konventionellen ein- und zweidimensionalen Methoden der Ultraschalluntersuchung steht die 3D- Realtime Sonographie zur Verfügung. Eine neu entwickelte Matrixsonde der Firma Phillips erlaubt nicht nur die Ansicht der einzelnen Herzstrukturen aus jedem beliebigen Winkel und in jeder beliebigen Ebene, sondern auch die Darstellung des Blutflusses unter dem räumlichen Aspekt. Diese Methode bietet demzufolge eine entscheidende Verbesserung in der Einschätzung des Schweregrades eines Klappenvitiums, da der Verlauf eines oder mehrer Jets in allen Ebenen registriert wird. Für die Prognose und Therapieindikation stehen damit neue Parameter zur Verfügung. Erheblich genauer ist darüberhinaus die 3D-Volumetrie gegenüber den herkömmlichen Methoden. Beim Menschen korreliert sie mit der MRI-Technik. Für den Patienten ändert sich bei der Untersuchungsdurchführung nichts. In der nichtkardialen Anwendung kann die 3 D Technik patientenabhängig auch in der Einschätzung neoplastischer Dimensionen hilfreich sein. Bei größeren Hunderassen lassen sich zudem eindrucksvolle Aufnahmen bei Gravidität erstellen. Die zweite neue Methode ist das SpeckleTracking/Strain/Strain-Rate zur Vermessung der Verformung des Myokardiums (Strain, Strain-Rate über die Zeit). Die Beurteilung der Verformung (Dickenzunahme und –abnahme) des Herzmuskels erfolgt segmental, ein negativer Kurvenverlauf ist wünschenswert. Aus der Kammeranalyse ergeben sich auch die enddiastolischen- und endsystolischen Volumina (EDVI/ESVI) und die Ejektionsfraktion EF nach der Scheibchenmethode Simpson in Prozent, letztere orientiert sich an humanvalidierten Werten > 40%. Insbesondere die Einschätzung myokardialer Dysfunktion im Rahmen der DKM-Diagnostik aber auch bei fortgeschrittenen AV-Klappendegenerationen erhält durch diese Methode eine neue Dimension. Mit besten Grüßen,  Dr. Ralf...

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Zuchtuntersuchungen

Zuchtuntersuchungen

Aufgrund des gehäuften Vorkommens von Herzerkrankungen haben sich Rasseverbände dazu entschlossen, Zuchttiere auf das mögliche Vorliegen einer Kardiopathie untersuchen zu lassen. Für diese Untersuchungen sind von Ihnen die Ahnentafeln der Tiere und der Untersuchungsbogen mitzubringen. Bei Zweitgutachten ist das Zulassungsschreiben des Zuchtwartes für dieses Zweitgutachten ebenfalls mitzubringen. Nach der Untersuchung wird der ausgefüllte Untersuchungsbogen direkt an den Tierbesitzer ausgehändigt. Das Ergebnis ist demnach unmittelbar bekannt. Eine Ausnahme ist die Untersuchung beim Dobermann, bei der die Auswertung des Holter-EKG abgewartet werden muss. Die Untersuchung ist in der Regel eine echokardiographische Untersuchung. Bei einigen Rassen wird zusätzlich ein EKG oder Holter-EKG gefordert. Letzteres wird dem Hund wie ein Tornister auf den Rücken geschnallt und in einem Verband fixiert. Es zeichnet die Impulse des Herzens über 24 h auf und ist so in der Lage über die Langzeitdokumentation für Arrhythmien anfällige Tiere zuverlässiger zu erkennen. Das Verbandsmaterial wird je nach räumlicher Entfernung und/oder Besitzerwunsch durch die Praxis oder den Tierbesitzer selbst abgenommen. Das EKG wird durch Sie wieder an die Praxis zurückgeschickt. Entsprechendes Verpackungsmaterial bekommen Sie beim Anlegen überreicht. In den Abbildungen sehen Sie ein Holter-EKG und das Anlegen des Verbandes, wie es nur für Dobermänner bislang vorgeschrieben...

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Update zur HKM-Diagnostik

Update zur HKM-Diagnostik

Die Diagnose HKM (Hypertrophische Kardiomyopathie) ist für Halter und Züchter betroffener Katzen eine sehr belastende Diagnose. Die hohe symptomatische Erkrankungsrate und Sterberate bei dieser Erkrankung ist, für jeden der es erlebt hat nachvollziehbar, eine bedrückende und frustrierende Perspektive. Aufgrund der Tatsache das Katzen mit positivem HKM -Befund über eine gewisse Zeit dieser Erkrankung völlig unsymptomatisch erscheinen, trifft der spontane Herztod die Züchter/Besitzer eines solchen Tieres umso unvorbereiteter und unerklärlicher. Das heimtückische an dieser Erkrankung ist ihr zeitlich unsicheres Auftreten: es kann, Wochen, Monate, aber auch Jahre brauchen bis die Erkrankung ausbricht. Bisherige Beobachtungen weisen einen Zeitraum zwischen dem 6. Lebensmonat und ca. 5. Lebensjahr aus (Abweichungen nach oben und unten sind möglich). Kater scheinen früher und heftiger betroffen zu werden als Katzen. Zuchttiere die bei einer Untersuchung „negativ“ (freier Befund) beurteilt wurden, müssen folglich regelmässig nachuntersucht werden, ob sie auch „negativ“ bleiben. Im „positiven“ Fall (das Tier hat eine Herzmuskelhypertrophie) muss der Schweregrad bestimmt werden und entschieden werden ob eine Behandlung sinnvoll ist und wenn ja mit welchen Medikamenten. Hierzu sind detailierte Kenntnisse der Art der Veränderung sowie Erfahrungen über den Krankheitsverlaufes notwendig. Die HKM ist die verbreitetste Herzerkrankung der Katzen. Maine Coon, Bristish Shorthair, aber auch Norweg. Waldkatzen und eine Zahl anderer Rassekatzen sind betroffen. Die internationale Datenbank „Pawpet“ bemüht sich um die Identifizierung und Statistik dieser Erkrankung. Die Ursache einer HKM kann sowohl genetisch sein, als auch bei alten Tieren sekundär durch Hypertonie oder Überfunktionen der Schilddrüse ausgelöst werden. Für Maine Coon wurde in den USA die Mutation eines Genortes nachgewiesen, man geht aber davon aus, dass es in Analogie zum Menschen mehrere Genorte gibt, die durch Veränderung eine Herzmuskelverdickung kodieren. Ob europäische Linien den gleichen Genlocus verändert haben wie amerikanische ist ungewiss. In bestimmten US-amerikanischen Linien wurde eine autosomal dominante Vererbung nachgewiesen. Erste Stammbaumforschungen engagierter europäischer Katzenzüchter lassen vermuten, dass auch andere Wege nicht ausgeschlossen, wenn auch nicht bewiesen sind. Es bleibt demnach eine Restunsicherheit bzgl. der Frage ob mehr als ein Erbgang möglich ist und letztlich wieviele Genorte tatsächlich bei derAusprägung dieser Erkrankung involviert sind. Die Diagnostik umfasst einen 3 Stufenplan: Auskultation Nur bei einem Teil der Patienten kann in der tierärztlichen Untersuchung ein Herzgeräusch auf das Vorliegen einer HKM hindeuten. Da ein Herzgeräusch auch andere Ursachen haben kann (z.B. eine Aortenstenose) muss dieses echokardiographisch abgeklärt werden. Dies bedeutet für den Katzenbesitzer: ein negativer Abhörbefund (kein Hinweis auf ein krankhaftes Herzgeräusch) schließt das Vorliegen einer Herzmuskelveränderung nicht aus. Ein positiver Befund sollte in jedem Fall sonographisch (Herz-Ultraschall) abgeklärt werden, welche Ursache dieses Geräusch hat. Echokardiographie (= Sonographie/ Herz-Ultraschall- Untersuchung) und EKG Die Herzultraschall – Untersuchung in der Hand des versierten Untersuchers ist nach wie vor Methode der Wahl um Herzmuskelhypertrophien festzustellen und von anderen kardialen Veränderungen zu unterscheiden. Mit Hilfe des zweidimensionalen Bildes werden sowohl örtlich begrenzte als auch generalisierte Verdickungen des Herzmuskels festgestellt. Mit Hilfe der eindimensionalen Untersuchungstechnik werden die anatomischen Befunde und Bewegungsmuster weiter analysiert. Diagnostische Sicherheit über funktionelle Veränderungen an den Herzklappen und die Aufspürung von Lochmissbildungen der Scheidewände bietet die Doppleruntersuchung (Farbe und konventionell). Das Sonogramm attestiert einen phänotypischen Befund hinsichtlich dem Vorliegen einer Herzmuskelhypertrophie ja/nein, erleichtert die Einschätzung des Schweregrades und damit der Prognose für das Tier. Es schliesst andere angeborene Missbildungen aus. Die Untersuchung kann aber nicht die Frage hinsichtlich der Vererbung beantworten. Im EKG können ein normaler Herzrhythmus...

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